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Das Hobbyhaus bei Familie Müller

Ausbau VW-T3 zum Campingbus

Hier zeigen wir, wie ein VW-Bus T3 zu einem schönen Campingbus ausgebaut wurde.
Die Idee, einen VW-Bus anzuschaffen, kam unserem Sohn Torben kurz vor seinere dann erfolgreich abeschlossenern Abiturprüfung. Heutzutage ist es ja so, dass viele Abiturienten nach ihrer Prüfung erst einmal die Welt erkunden möchten, bevor der Ernst des Lebens begrinnt. So auch bei Torben.

Intro-Bild T3-Bus_Ausbau

Also wurde im Herbst 2017 nach einem geeigneten Gefährt gesucht. Da bei uns in der Familie gerne ältere Fahrzeuge den neuen Einheitskarossen vorgezogen werden, musste es auch ein VW-Bus sein und zwar höchstens aus der T3 - Reihe. T2 oder garr T1 sind ja unerschwinglich teuer geworden.
Fündig wurden wir dann in der Nähe der Rhön. Es war ein alter Bautrupp Bus der damaligen Bundespost. Idealerweise hat dieser Bautrupp-Bus schon einen Dachaufbau, was für den Ausbau zum Campingbus ideal ist.
Der Vorbesitzer hatte den Bus auch schon als Campingbus benutzt. Aber das Interior gefiel uns überhaupt nicht. Es war viel zu schwerfällig und dunkel. Der Plan war dann schnell geschmiedet: Vollständige "Entkernung" des Bus und komlett neue Ausgestaltung. Viel Zeit blieb uns auch nicht, da es im März schon Richtung Kroatien, Griechenland, Italien gehen sollte. Und danach zum Nordkap und zurück. Abschließend dann noch eine Rundreise durch Marokko.
Die einzelen Phasen des Ausbau's und einige technische Details werden im Folgenden dann gezeigt. Vielleicht gibt euch das Anlass, auch etwas Ähnliches zu machen. Uns jedenfalls hat es jede Menge Spass gemacht.

Die Entkernung

Die Innenausstattung war vollgepackt mit schweren dunkelroten Polstern, was den Innenraum sehr dunkel und auch sehr drückend machte. Auch war eine Art Küchenschrank eingebaut, der viel zu schwer für den Bus war. Das Einzige was wir drin ließen, war die klappbare Sitzbank, um damit recht schnell eine Liegefläche aufzubauen. Der Bus selbst ist außen etwa himmelblau lackiert. Das Interessante an dieser Lackierung ist aber die unterschiedliche Farbausstrahlung je nach Blickwinkel gegen die Sonne.

T3-Bus entkernt

Als wir dann die Innenverkleidung heraus lösten, kam dann das klassische Post-Gelb wieder zum Vorschein. Das Armaturenbrett war leider auch komplett mit einer weißen Folie beklebt, was völlig unschön aussah und auch den Charakter des Fahrzeugs entstellte. Die Entfernung der Folie gestaltete sich dann sehr mühsam. Das Ausbauen war releativ schnell erledigt. Die eigentliche Arbeit, der Innenausbau lag ja noch vor uns.

Die Fahrerkabine wurde ebenfalls ausgeräumt, alte Leitungen freigelegt und die Innenverkleidung der Türen ausgebaut. Glücklicherweise ist der T3-Bus insgesamt übersichtlich und einfach aufgebaut. Für den Ausbau des Kombi-Instruments zum Beispiel ist nur das Lösen von 4 Schrauben erforderlich.

T3-Bus entkernt

Die Innenauskleidung

Die Hohlräume zwischen Außenblech und Innenstege wurden mit Steinwolle ausgekleidet. In Griechenland oder Marokko ist es nunmal sehr heiß und ohne Dämmung ist es wohl nicht auszuhalten. Vor Einbringen der Dämmung wurden aber in die Blechstege noch die Leitungen für spätere Steckdosen und Schalter gelegt. Auch wenn der Bus schon alt ist, sollten doch schon moderne technische Elemente, wie USB-Steckdosen und LED Beleuchtung (weil stromsparend) mit eingebaut werden. Die Dämmung wurde dann noch mit einer Dampfbremsfolie abgedeckt.

Die Innenverkleidung selbst, ist mit Hartfaser-Platten durchgeführt. Diese wurrden entsprechend zugeschnitten und dann gegen das Blech mit Bechschrauben befestigt. Die Hartfaserlatten lassen sich leicht biegen und so der Innenwandung vom Bus gut anpassen.

Innenauskleidung Dachbox

Im vorderen Teil des Bus war schon eine Innendachbox eingebaut. Da Stauraum zwingend notwendig für lange Reisen ist, haben wir uns entschlossen, im hinteren Bereich ebenfall eine neue Dachbox einzubauen. Die wurde von uns aus Tischlerplatten gefertigt und passgenau für den Einbau zugeschnitten. Danach wurde sie in den hinteren Teil des Bus auf Aluschienen gesetzt und mit dem Chassis verschraubt. Für den richtigen Sound später sind noch zwei Ausschnitte für Lautsprecher vorgesehen. Das Volumen der Dachbox dient dabei als klasse Resonanzkörper.

Nachdem die Platten vollständig verschraubt waren, wurde darauf ein antrazitfarbener Stoffbezug geklebt. Das ließ dann die Wände und die Decken doch recht edel aussehen. In den Ecke der Decke haben wir dann rundum eine LED Lichtleiste eingebaut. Diese lässt sich in den Farben weiß, rot, grün, blau schalten. Besonders die blaue Lichtfarbe bringt die anthrazitfarbene Verkleidung so richtig zur Geltung.

Stoffverkleidung Dachbox

Das Mobiliar

Für den T3-Bus gibt es natürlich eine fertige Einrichtung zu kaufen. Das ist zum Einen recht teuer und hätte unser Budget auch gesprengt, zum Anderen hatten wir aber auch den Ehrgeiz, alles soweit wie möglich, selbst zu fertigen. Die fertig zu kaufende Einrichtung haben wir uns dann als Vorlage genommen, und die Einrichtung am PC erstmal selbst designed. Mit einer CAD Software (AutoCAD) wurde dann ein Eckschrank und ein Seitenschrank konstruiert. Eine sorgfältige und saubere Planung ist sehr wichtig, um sicht später aufwändige Nacharbeiten zu sparen. Da die Schränke genau passen müssen, ist auch ein genaues Ausmessen der Maße im Bus Innenraum extrem wichtig. Im schlimmsten Fall würde der Schrank nicht hineinpassen. Ein Kürzen geht damit halt nicht so einfach. Nachdem die Konstrukion am PC abeschlossen war und wir uns mehrfach auch bzgl. der Dimensionen rückversichert hatten, wurde der Zuschnitt der Platten bei einer Holzhandlung in Auftrag gegeben. Natürlich hätten wir die Platten auch selbst zuschneiden können, aber mit Heimwerkermittel ist ein genauer Zuschnitt nicht so einfach möglich. Die Mehrkosten für den Zuschnitt halten sich auch sehr in Grenzen. Als Ergebnis bekamen wir millimetergenau und genau winkliig und sauber zugeschnittene Ware.